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1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler berufen und kurz darauf ergriffen die Nazis mit dem Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat, dem sogenannten Ermächtigungsgesetz, die Macht im Lande. Zwar hatte die veränderte politische Lage noch keinen Einfluss auf den Wolfratshauser Fußball, doch die organisatorischen Strukturen des Vereins veränderten sich. Das Führerprinzip der Nationalsozialisten, dass politische Entscheidungen durch die jeweilige Führung und nicht durch Mehrheitsbeschluss zu fällen seien, wurde Pflicht für alle gesellschaftlichen Vereinigungen. Doch Anfang Januar 1933 wurde in der anstehenden Hauptversammlung noch einmal der gesamte Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender: Matthias Gutmeyr

2. Vorsitzender: Anton Platiel

Schriftführer: Hubert Götzinger

Kassier: Andreas Wildenrother

Beisitzer: Andreas Wirth sen. und Hans Bartl

Platz- und Ballwart: Josef Stocker

Im Oktober des selben Jahres wurde dann in einer erneuten Hauptversammlung das Führerprinzip verwirklicht, „Vereinsführer“ wurde der bisherige Vorsitzende. Am 7. Januar 1939 kam es in der Jahreshauptversammlung des TSV Wolfratshausen zu einer bedeutsamen Entscheidung, der Wiedervereinigung von Turn- und Sportverein und der Spielvereinigung. Dieses Jahr 1939 wurde zum bisher erfolgreichsten der Fußballabteilung. Sie wurde zum zweiten Mal in ihrer Geschichte Meister ihrer Spielklasse und das auf dem neuen Sportplatz an der Loisach neben der Turnhalle. In der darauf folgenden Saison 1939/40 waren unter anderem Weilheim, Starnberg, Penzberg und Bad Tölz Gegner der Wölfe. Das erste Punktspiel war für den 27. August gegen Starnberg angesetzt. Doch dazu kam es nicht mehr. Am 30. August meldete das Wolfratshauser Tagblatt „…wie Kreisfachwart Stibi, Weilheim, mitteilte, sind sämtliche Punktspiele um die Meisterschaft bis auf weiteres abgesagt …“ Der 2. Weltkrieg hatte begonnen. Der Spielbetrieb wurde zwar wieder aufgenommen, lief aber nur auf Sparflamme. Viele junge Männer wurden an die Front geschickt.