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Deutschland liegt in Trümmern. Für die Menschen begann der Kampf ums Überleben, ums tägliche Brot. Viel Zeit für Vergnügungen und Abwechslungen bleibt dabei nicht. Und doch, bereits im Herbst des selben Jahres wurde in München wieder Fußball gespielt. Auch in unserer Region begann sich das sportliche Leben wieder zu regen. Alle Sportvereine des früheren Reichsbundes für Leibesübungen waren zwar aufgelöst worden, doch nun beantragten sie eine Wiederzulassung bzw. Neugründung. So auch der TSV Wolfratshausen. Aber erst im Frühjahr genehmigte die amerikanische Militärregierung die offizielle Neugründung des Hauptvereins. Schon vorher, am 14. Februar 1946, in der ersten Versammlung der Fußballer nach dem Krieg wurde die Neuwahl einer Funktionärsmannschaft durchgeführt. In die Vorstandschaft wurden folgende Mitglieder gewählt:

Vorstand: Hans Strodl

Stellvertreter: Max Berger

Schriftführer: Toni Schmidmeier

Kassenwart: Toni Geiger

Platz- und Ballwart: Franz Fagner

Spielführer: Georg Demmel

Die erste Amtshandlung der neuen Fußballabteilung war die Ausrichtung eines Faschingsballes am 24.2.1946, dem noch ein so genanntes Faschingsspiel zwischen 1. und 2. Mannschaft vorausgehen sollte. Die erste sportliche Auseinandersetzung wurde am 31.3. in Seeshaupt gegen den dortigen Fußballclub ausgetragen. Es wurden jedoch zunächst nur einige Partien durchgeführt. Danach wurde endgültig der regelmäßige Verbandsspielbetrieb aufgenommen. Auch der Bezirkspokal war mit auf dem Programm, der nach Siegen über den TSV Otterfing und den SC Baierbrunn gewonnen wurde. 1947 war für die Fußballabteilung des TSV Wolfratshausen von entscheidender Bedeutung. In diesem Jahr stieß ein Mann zu den Wölfen, der heute zu den Legenden des Fußballs gehört, Willy Simetsreiter. Als Spielertrainer formte er aus einer Gruppe von Kickern, die nur den Ball nach vorne dreschen und dahin laufen, wo sie wollen, eine technisch und spielerisch starke Mannschaft und legte damit den Grundstein für einen beispielhaften Erfolg. Er war Spieler, Trainer und viele Jahre als Vorsitzender in der Fußballabteilung tätig. Nicht zuletzt seiner guten Verbindung zum FC Bayern hatten es der Verein und seine Anhänger zu verdanken, dass immer wieder die Fußballgrößen aus München in Wolfratshausen zu Gast waren, wie 1953. Er formte in seiner Amtszeit aus den Wölfen eine schlagkräftige Truppe, mit der er in der Kreisliga, später 2. Amateurliga, seine Erfolge hat.